Die Nähe zum Menschen wahren

Mit 28 Jahren übernahm Maike Maas-Bode die Anker-Apotheke in Elsfleth. Damals gab es dort noch keinen Computer oder Internet.

Als Maike Maas-Bode vor 25 Jahren in der Anker-Apotheke in Elsfleth begann, gab es dort noch keinen Computer. Wenn eine Arznei für einen Patienten bestellt werden musste, wurde ein Telefongespräch getätigt. Heute geht ohne Computer und Internet auch bei der Arbeit in der Apotheke nichts.

„In den letzten zehn Jahren hat sich durch die Digitalisierung sehr viel verändert“, sagt die 53-Jährige. Das habe natürlich viele Vorteile – doch wenn die Apothekerin ein bestimmtes Medikament ganz sicher pünktlich im Schrank haben will, greift sie noch immer zum Telefon. „Ein persönliches Gespräch ist mir dann sicherer“, sagt sie. Und mit diesem Satz hat sie schon viel dazu erklärt, was ihr bei der Arbeit wichtig ist und was ihr im Gesundheitssystem heute fehlt: die Nähe zu den Menschen.

Zu viel Regulierung

Die individuelle Behandlung werde mehr und mehr zurückgedrängt von einer Behandlung nach festen Schemata. Außerdem hätten die Ärzte in ihren Praxen viel mehr Patienten zu behandeln als früher, da bleibe natürlich weniger Zeit für jeden Kranken. Das merke sie dann manchmal selbst am Apothekentresen: „Dann führe ich mit den Menschen das Gespräch, das sie eigentlich beim Arzt führen sollten“, erzählt Maike Maas-Bode.

Was keine Kritik an den Ärzten sein soll: Ihre Arbeit werde von der Politik und den Krankenkassen reguliert. Das geschehe auch den Apothekern. „Die Krankenkassen schließen zum Beispiel Rabattverträge mit den Arzneimittelherstellern. Wir bekommen vorgeschrieben, von welcher Firma wir ein Medikament herausgeben“, erzählt die 53-Jährige. Dann aber sei genau dieses Medikament aufgrund von Lieferproblemen nicht zu bekommen – Probleme, mit denen sich Apotheker vor 25 Jahren noch nicht beschäftigen mussten.

Auch bei der Organisation der Notdienste hat sich viel geändert. „Wir waren in einem Verbund mit den Apothekern in Brake organisiert. Die Elsflether Ärzte haben sich mit den Diensten abgewechselt.“ Heute müssen Kranke am Wochenende oft weitere Strecken in Kauf nehmen, auch zur Notapotheke.

„Nie bereut“

Mit 28 Jahren hat Maike Maas-Bode die Anker-Apotheke in Elsfleth übernommen. „Ich bin mit 24 in den Beruf gestartet“, sagt sie. „Naturwissenschaften haben mich immer interessiert.“ In Elsfleth sprang sie zunächst als Vertretung für ihren erkrankten Vorgänger ein, übernahm die Apotheke nach dessen Tod. „Das habe ich nie bereut“, erzählt sie. „Ich freue mich immer, wie menschlich es hier zugeht und über die vielen guten Gespräche.“ Auch wenn sich viel geändert habe: „Es ist ein schöner Beruf.“

Hier finden Sie den ganzen Bericht von Friederike Liebscher auch noch einmal auf www.nwzonline.de.